Hernienchirurgie

Hernienchirurgie2018-04-26T10:15:43+00:00

Im breiten Spektrum der durchgeführten Operationen am Zentrum für ambulante Diagnostik und Chirurgie bilden die Hernien-Operationen einen Schwerpunkt. Wir führen pro Jahr ca. 450 Hernienoperationen durch. Deshalb verstehen wir uns als Hand- und Hernienzentrum und bieten die erforderliche Kompetenz für alle gängigen und etablierten OP-Methoden an.

Heutzutage gibt es nicht ein Verfahren für alle Patienten, sondern es sollte für jeden Patienten die geeignete OP-Methode und das geeignete Anästhesieverfahren ausgewählt werden. Das Alter unserer Patienten variiert zwischen 6 Wochen und 80 Jahren.

Für die Hernienoperationen gilt: Konventionell offen oder endoskopisch, mit und ohne Netzimplantat. Alle beteiligten Ärzte operieren nach standardisiertem Verfahren. Um in allen Tätigkeitsbereichen einen standardisierten Betriebsablauf zu gewährleisten haben wir 2004 ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt und nach DIN ISO 9001:2000 zertifiziert. Die Rezertifizierung wurde 2005 ebenfalls erfolgreich durchlaufen. Wir sind stets bemüht die Prozess- und Strukturqualität zum Wohle der Patientinnen und Patienten im Optimum zu halten.

Eine Hernie (= Bruch, griech.: Knospe) ist eine Ausstülpung des Bauchfells durch eine Gewebeschwäche in der Bauchwand. Überschreitet die Hernie den Bauchraum wird sie an der Körperoberfläche durch eine Vorwölbung sichtbar. Die Gewebeschwäche der Bauchwand ist in den allermeisten Fällen angeboren. Hernien können im Bereich der Leiste, des Nabels, der Bauchmittellinie oder überall wo einmal eine Operation vorgenommen wurde auftreten. Entsprechend nennt man sie Leistenhernie, Nabelhernie, Bauchwand-hernie oder Narbenhernie.

Hernien gehören zu den häufigsten chirurgischen Leiden. Sie sind häufiger als die akute Entzündung des Blinddarms. Ca. 75% sind in der Leistenregion lokalisiert.
Die Leistenhernie tritt meistens beim Mann auf, da der Hoden noch vor der Geburt durch die Bauchwand (Leistenkanal) in den Hodensack wandern muss und dabei eine Schwachstelle in der Bauchwand zurücklässt. Diese natürliche Schwachstelle kann sich allmählich erweitern, eine Vorwölbung wird sichtbar und tastbar.
Auch an anderen Stellen der Bauchwand kann eine Gewebeschwäche vorhanden sein. In diesem Fall ist ein erhöhter Bauchinnendruck z. B. beim Heben schwerer Lasten, Schwangerschaft oder Übergewicht ein begünstigender Faktor für die Entwicklung von Hernien. Eine Hernie kann bei Männern, Frauen und Kindern jeden Alters entstehen.

Hauptsymptom eines Bruches ist die Bruchgeschwulst, eine sicht- oder tastbare Vorwölbung unter der Haut. Beschwerden können beim Aufstehen, beim Husten, bei körperlicher Belastung und in der Leiste auch beim Autofahren (längerem Sitzen) auftreten.

Hernien bilden sich leider nicht von alleine zurück, sie werden eher im Laufe der Zeit größer. Der Körper hat keine Möglichkeit die Schwachstelle zu reparieren. Ein Bruchband ist nur eine Behelfsmaßnahme, behebt die Ursache aber nicht und ist keine Lösung.
Heutzutage ist die chirurgische Versorgung das Standardvorgehen bei der Behandlung von Hernien.

Kann eine Vorwölbung nicht mehr in die Bauchhöhle zurückgedrückt werden (nicht reponible Hernie), sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.
Die Hauptgefahr ist die Einklemmung eines Bruches. Grundsätzlich kann sich jeder Bruch einklemmen, die Gefahr ist umso größer, je enger die Bruchlücke (Schwachstelle) in der Bauchwand ist.
Wenn ein Darmteil in der Bruchlücke eingeklemmt ist und von der Blutversorgung abgeschnitten wird, nennt man dies eine eingeklemmte oder inkarzerierte Hernie. Dies ist eine Notfallsituation, in der nur die unmittelbare Operation helfen kann.

Eine dauerhafte Beseitigung lässt sich ausschließlich durch eine Operation erreichen. Alle Bruchoperationen (Hernienreparationen) erfolgen grundsätzlich nach den gleichen Prinzipien:

  • Darstellung der Bruchlücke
  • Versorgung des Bruchinhaltes
  • Verschluss der Bruchlücke
  • Evtl. Verstärkung der Bauchwand durch ein Kunststoffnetz

Es gibt verschiedene Operationsmethoden, die sich vor allem durch den Zugang durch die Bauchwand unterscheiden. Über ihre Vor- und Nachteile informieren wir Sie gerne in einem persönlichen Aufklärungsgespräch.

Dr. med. Anja Mörder

Fachärztin für Chirurgie
Fachärztin für Viszeralchirurgie

Tätigkeitsschwerpunkte:
Kinderchirurgische Operationen, Venenchirurgie, Proktologie, Hernienchirurgie

Tel. 0761 / 38 800-0
Fax 0761 / 38 800-50
moerder@zadc.de

  • Studium der Humanmedizin in Göttingen und Freiburg
  • Nach dem Studium 18 Monate Ärztin im Praktikum am Pathologischen Institut der Universität Freiburg (Prof. Schaefer)
  • Ausbildung zur Fachärztin für Chirurgie (2003) und Fachärztin für Viszeralchirurgie (2008) mit der Zusatzbezeichnung Proktologie (2009) an der Universitätsklinik Freiburg (Prof. Südkamp) und dem Diakoniekrankenhaus Freiburg (Prof. Geiger)
  • Weiterbildung auf dem Gebiet der Kinderchirurgie im Zentrum für ambulante Diagnostik und Chirurgie in Freiburg (Dr. Berenskötter)
  • Weiterbildung auf dem Gebiet der Phlebologie in der Venenklinik in Kreuzlingen, CH (Dr. Traber)
  • Nach 14-jähriger Berufserfahrung, davon mehrere Jahre als Oberärztin, Niederlassung im Zentrum für ambulante Diagnostik und Chirurgie in Freiburg (2010)

Mitgliedschaften:

  • Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
  • Deutsche Gesellschaft für Viszeralchirurgie
  • Berufsverband der deutschen Chirurgen
  • Berufsverband Niedergelassener Chirurgen
  • Chirurgischer Arbeitskreis Akutschmerz
  • Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie

Dr. med. Hans-Joachim Krüger

Facharzt für Chirurgie
Durchgangsarzt

Tätigkeitsschwerpunkte:
Handchirurgie, Hernienchirurgie, Fußchirurgie, Sportmedizin, Proktologie

Hand Trauma Zentrum

Tel. 0761 / 38 800-0
Fax 0761 / 38 800-50
krueger@zadc.de
  • Geboren, aufgewachsen und Medizinstudium in Hamburg.
  • Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie an der Universitätsklinik Freiburg ab 1985.
  • Schwerpunkte der Ausbildung: Endoskopie und Handchirurgie.
  • Nach dem Facharzt 1991 Funktionsoberarzt am Krankenhaus Müllheim, dort Aufbau eines endoskopischen Schwerpunktes.
  • Wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift „Der niedergelassene Chirurg“.

Krankheitsbilder und
ihre Behandlungsmethoden

Für die Operation einer Hernie gibt es unterschiedliche Operationstechniken. Wenngleich die Implantation eines Kunststoffnetzes (Mesh) als Goldstandard gilt, so konkurrieren bei der Versorgung der Leistenhernie weiterhin die herkömmlichen Nahtverfahren mit dem Mesh-Verfahren. Alle diese Verfahren sind für den Patienten wenig belastend. Sie unterscheiden sich in der Narkoseform, den möglichen intraoperativen Komplikationen, eventuell beim Ausmaß der postoperativen Beschwerden, und im Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen.
Im ZADC wird daher ein auf das individuelle Risiko des einzelnen Patienten abgestimmtes Verfahren angewendet. Neben der Bindegewebsbeschaffenheit werden die Größe und Art des Bruches sowie weitere bekannte Einflussfaktoren für das Entstehen eines Wiederholungsbruches in die Entscheidungsfindung mit einbezogen.

Ein Leistenbruch kann angeboren sein oder durch Lockerung des Bindegewebes bzw. eine Muskelschwäche in der Leistenregion entstehen. Ein natürlicher Defekt der Bauchwand – der innere Leistenring – weitet sich auf und es entsteht eine Lücke, in die Bauchorgane hineingleiten können.

Man unterscheidet folgende Formen des Leistenbruches:

  • Direkter (mediale) Leistenbruch
    Hier durchsetzt er die Bauchdecke auf direktem Wege. Es besteht keine unmittelbare Beziehung zum Samenstrang.
  • Indirekter (laterale) Leistenbruch
    Findet sich im Kindesalter meist bei einer fehlenden Verklebung des Processus vaginalis, einer Bauchfellausstülpung im Gefolge des natürlichen Hodendescensus, die sich in der Regel bis zum 2. Lebensjahr verschließt. Beim Erwachsenen kann es sich darüber hinaus auch um eine erworbene Erweiterung des inneren Leistenringes handeln.
  • Hodenbruch (Skrotalhernie)
    Der Bruchsack gleitet mit seinem Inhalt bis in den Hodensack herunter.

Operationstechniken bei der Leistenhernie

Shouldice:
Hier wird das Prinzip des Bruchlückenverschlusses mit körpereigenem Gewebe verfolgt. Mit zwei fortlaufenden Nähten wird in insgesamt vier Nahtreihen die Hinterwand des Leistenkanals rekonstruiert.

Lichtenstein:
Die offene Hernienreparation nach Lichtenstein ist ein sehr häufig angewandtes Verfahren. Die Bruchlücke wird mit einem Kunststoffnetz bedeckt und dadurch verschlossen. Der Eingriff kann mit einem Verschluss der Bruchlücke durch Naht kombiniert werden.

Zimmerman/Marcy:
Liegt eine kleine laterale Bruchlücke vor, muss die Hinterwand des Leistenkanals nicht vollständig rekonstruiert werden. Häufig reicht eine Naht mit körpereigenem Gewebe im Bereich des defekten Bereiches. Dies ist besonders häufig bei jungen Männern der Fall.

TIPP (transinguinale präperitoneale Plastik):
Bei diesem Verfahren wird von außen über einen Leistenschnitt der Raum zwischen Bauchfell und Muskulatur präpariert und dort ein Kunststoffnetz zum Verschluss der Bruchlücke platziert.

TAPP (transabdominale präperitoneale Plastik):
Bei der laparoskopischen Hernienoperation wird im Rahmen einer Bauchhöhlenspiegelung die Bruchlücke unter dem Bauchfell aufgesucht und mit einem Kunststoff-Netz verschlossen. Grundsätzlich ist auch eine beidseitige Operation in einer Sitzung möglich. Diese Operation ist nur in Vollnarkose möglich.

Kindliche Leistenhernie:
Da bei der kindlichen Leistenhernie kein Defekt der Bauchdecke vorliegt, ist der alleinige Verschluss der Bauchfellausstülpung ausreichend. Daher ist dieser Eingriff auch schnell und unproblematisch durchzuführen und wird ambulant durchgeführt.

Die Bruchlücke liegt in der Leistenregion unterhalb des Leistenbandes unmittelbar neben den großen Blutgefäßen des Oberschenkels. Diese Bruchform ist besonders häufig bei Frauen und hat ein hohes Risiko der Einklemmung.

Operation

Der Defekt kann über einen Zugang oberhalb oder unterhalb des Leistenbandes verschlossen werden. Die Indikation zur Verstärkung der Bauchdecke mit künstlichem Material ist aufgrund der relativ hohen Rezidivrate großzügig zu stellen. Alternativ dann die Bruchlücke auch laparoskopisch, das heißt über eine Bauchhöhlenspiegelung verschlossen werden.

Im Nabelbereich besteht ebenfalls eine Schwachstelle der Bauchdecke, die zur Bruchbildung führen kann. Bei Neugeborenen und Kleinkindern tritt diese Form der Hernie bei jedem fünften Kind auf, bei Frügeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g sogar in 80% der Fälle. Kindliche Nabelhernien machen nur in den seltensten Fällen Komplikationen, in 90% kommt es sogar innerhalb der ersten zwei Jahre zu einem spontan Verschluss, so dass keine Operation notwendig ist. Die Nabelhernie des Erwachsenen hingegen kann hingegen schon Symptome hervorrufen, von gelegentlichem unspezifischem Ziehen im Mittelbauch bishin zu lebensbedrohlichen Einklemmungen von Darmschlingen in der Bruchpforte.

Operation

Es handelt sich um einen relativ kleinen Eingriff, der gut in örtlicher Betäubung durchführbar ist. Die Bruchlücke wird bei einem Durchmesser unter drei Zentimeter durch Nähte verschlossen. Liegt ein größerer Defekt vor, sollte die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt werden, um das Risiko eines Rezidivs zu senken.

Hier liegt ein Defekt in der Mittellinie der Bauchdecke oberhalb des Nabels vor.

Operation

Es handelt sich um einen relativ kleinen Eingriff, der gut in örtlicher Betäubung durchführbar ist. Die Bruchlücke wird bei einem Durchmesser unter drei Zentimeter durch Nähte verschlossen. Liegt ein größerer Defekt vor, sollte die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt werden, um das Risiko eines Rezidivs zu senken.

Der Ausbildung eines Narbenbruches gehört zu den häufigen Langzeit-Komplikationen nach einer Operation mit Eröffnung der Leibeshöhle.

Operation

Da der Entstehung eines Narbenbruches definitionsgemäß eine Operation mit in der Regel Nahtverschluss der Bauchwunde vorangegangen ist, muss bei diesen Patienten von einer gestörten Narbenbildung ausgegangen werden. Offensichtlich ist die Versorgung des Defektes mit alleiniger Naht von körpereigenem Gewebe nicht ausreichend, was in vielen Studien mit hohen Wiederholungsraten von bis zu 50% bestätigt wurde. Vielmehr kann eine langfristige Stabilität nur erreicht werden, wenn die Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz verstärkt wird. Um einen hohen Schutz vor einem Rückfall-Bruch zu erreichen, muss dabei das Netz die gesamte Narbe in alle Richtungen um mindestens 5 cm überlappen. Die Implantation des Kunststoffnetzes in der sogenannten retromuskulären „sublay“ Position hat sich dabei als Standardverfahren etabliert. Diese Operationen sind jedoch nur in Vollnarkose möglich und bedingen eine großflächige Präparation in der Bauchwand.

Fragen und Antworten

Beim Mann kann der feine etwa 2 mm dicke Samenstrang verletzt werden oder Blutgefäße, die den Hoden versorgen.

In beiden Fällen leidet dadurch die Fruchtbarkeit auch wenn der verbliebene gesunde Hoden immer ausreichend Samen produziert. Die Potenz wird dadurch in keinster Weise beeinträchtigt.

Der Wundschmerz ist vor allem in den ersten zwei Tagen ziehend und bei körperlicher Anstrengung noch bis zu zwei Wochen spürbar. Das Narbenareal ist manchmal durch verziehen der Hautnerven etwas taub und klopf-schmerzhaft, was sich erst nach längerer Zeit dann legt. Zum Vermeiden eines Hämatoms (Bluterguss) wird bei der Operation ein Schlauch eingelegt, der am Folgetag entfernt wird. Große, über Jahrzehnte laufende Studien zeigen ein wiederkehren des Bruches bei allen operativen Techniken in ca. 10-20%.

Damit sich eine feste und stabile Narbe im Bereich der operieren Leistenregion bilden kann, dürfen Sie in den ersten drei Wochen nach der Operation keine schweren Lasten heben. Auch abrupte Bewegungen sollten vermieden werden. Das selbständige Steuern eines PKW empfehlen wir erst nach zwei Wochen. Die Arbeitsunfähigkeit richtet sich nach Ihrer Tätigkeit und beträgt im Schnitt 3 bis 4 Wochen.

In Abhängigkeit von der unterschiedlichen Belastung der Leistenregion durch verschiedene Sportarten empfehlen wir ab der vierten Woche leichte Sportarten wie Schwimmen und Wandern, ab der sechsten Woche dann mittelschweres wie Fahrradfahren und leichtes Joggen, ab der zwölften Woche alle Ballspiele sowie jeglicher Leistungssport.

Intimverkehr ist ab der dritten Woche möglich, falls kein Bluterguss bzw. Schwellung im Operationsgebiet mehr vorliegt. Bei Männern sollte auch ein anfangs immer geschwollener Hoden wieder abgeklungen sein.

Da zu starkes Pressen die Naht belastet, sollten Sie auf weichen, regelmäßigen Stuhl achten (ggf. nehmen Sie ein leichtes Abfuhrmittel) und außerdem ausreichend trinken.

Grundsätzlich ist der Wundschmerz bei jedem Patienten unterschiedlich. Er sollte spätestens nach drei Wochen abgeklungen sein. Das Duschen der Wunde ist ab dem dritten Tag erlaubt, trocknen Sie sich danach gut ab ohne zu frottieren (tupfen oder föhnen), und massieren Sie die Naht ab der zweiten Woche durch sanft kreisende Bewegungen um die Haut der Narbe elastisch zu machen.

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